Prien am Chiemsee · Hintergrundtexte
Basisinformationen - Naturerlebnis
Naturerlebnis Chiemsee
Mit rund 1.300 verschiedenen Pflanzen, 300 Vogelarten und 30 Fischgattungen zählt das Ökosystem des Chiemsees zu den vielfältigsten Deutschlands. Der zweitgrößte deutsche Binnensee ist ein anerkanntes Landschaftsschutzgebiet und Lebensraum für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten. Naturerlebnistouren mit fachkundigen Führern informieren über die heimische Tier- und Pflanzenwelt und wecken das Bewusstsein für ihren besonderen Schutz. Entlang der ruhigen Ufergebiete des Chiemsees gibt es acht mit Fernglas ausgestattete Vogelbeobachtungstürme, die einen Einblick in das artenreiche Vogelschutzgebiet ermöglichen. Wie es sich in der bäuerlich geprägten Chiemsee-Region lebt, erfahren Gäste bei einem Urlaub auf dem Bauernhof und einem Bummel über die regelmäßig stattfindenden Bauern- oder Wochenmärkte.
Ökosystem Chiemsee
Der Chiemsee entstand zum Ende der letzten Eiszeit vor circa 15.000 Jahren. Mit einer Fläche von 82 Quadratkilometern ist er heute nicht nur der größte See Bayerns, sondern auch der zweitgrößte Binnensee Deutschlands. Der See und seine Uferbereiche sind ein anerkanntes Landschaftsschutzgebiet und Lebensraum für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten. Besonders sensible Uferbereiche sind als Ruhezonen für Tiere und Pflanzen ausgewiesen. Die Eggstätt-Hemhofer Seenplatte, die Mündung der Tiroler Ache und die Seeoner Seen stehen unter Naturschutz.
Gemäß der Ramsar-Konvention von 1974 ist der Chiemsee als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung für Wasser- und Watvögel anerkannt und besonders schützenswert. Zudem ist der gesamte Chiemsee als Vogelschutzgebiet gemeldet. Durch die massive Einleitung von Stickstoffen aus der Landwirtschaft geriet das Ökosystem Chiemsee in den 1970er Jahren beinahe aus dem Gleichgewicht. Erst der Bau der Ringkanalisation, verbunden mit der Ausweisung zahlreicher Schutzstreifen entlang der Ufer, sicherte seine Zukunft als überaus artenreiches Gewässer, von dem der im Chiemgau ansässige Biologe Dr. Michael Lohmann sagt: „Ein noch aus der Eiszeit stammender Schwebekrebs beweist: Der Chiemsee hat sich gut gehalten!“
Natur-Erlebnisführungen
„Der Natur auf der Spur“ heißt es für große und kleine Hobby-Biologen bei verschiedenen Natur- Erlebnisführungen am Chiemsee. Über 14 umweltbildende Touren zeigen bisher noch wenig bekannte Seiten der Chiemsee-Region, die Vielfalt von Natur und Lebensräumen sowie das sich ständig verändernde Landschaftsbild.
Fachkundige Führer erklären beispielsweise während einer „Erlebnisbootsfahrt an das Delta der Tiroler Achen“ die Entstehungsgeschichte des Chiemsees. Mit Waschpfanne und Sieb begeben sich Besucher auf eine „Erdgeschichtliche Zeitreise“. Auf Wanderungen durch Vogelschutzgebiete bestaunen sie die Vogel- und Insektenvielfalt oder alte Baumriesen. Die „Chiemseer G’schichtn“ führen Gäste auf eine Reise durch mehrere Jahrhunderte Natur- und Kulturgeschichte des „Bayerischen Meeres“. Die Natur-Erlebnisführungen finden überwiegend zwischen Mai und Oktober statt und kosten ab acht Euro pro Erwachsener und drei Euro pro Kind.
Beobachtungstürme im Vogelschutzgebiet Chiemsee
Entlang der ruhigen Uferzonen rund um den Chiemsee befinden sich acht frei zugängliche Naturbeobachtungstürme. Hier ziehen sich – abseits von Dampferschiffen und Wassersportlern – die Wasservögel zurück. Rund um den See leben rund 300 Vogelarten, darunter etwa 125 Brutvögel. Für über 20.000 Zugvögel – darunter der Kampfläufer oder die Schnellente – ist der Chiemsee Durchzugs- und Winterquartier. Ferngläser an den Beobachtungsstationen eröffnen den Blick auf Brut- und Rastplätze oder auch Jungvögel bei ihren ersten Schwimmversuchen. Vor allem Grau- und Silberreiher zeigen sich gerne.
Die Vogelbeobachtungstürme stehen unter anderem im Irschener Winkel in Bernau, am Ganszipfel in Breitbrunn, in der Hirschauer Bucht in Grabenstätt und am Lachsgang in Übersee. Entlang der Prien führt ein Steinlehrpfad zur umweltpädagogischen Hütte an der Schafwaschener Bucht, die auch für Führungen geöffnet wird. In Chieming gibt es außerdem eine barrierefreie Plattform. Die Teilnahme an monatlichen Vogelbeobachtungen mit ausgebildeten Naturführern und Ornithologen ist kostenlos.
Naturlehrpfade
Wanderungen entlang unterschiedlicher thematischer Naturlehrpfade der Chiemsee-Region informieren über die verschiedenen Kulturlandschaften, die Rolle des Obstanbaus oder die Entwicklung der Streuobst- und Moorgebiete. Der „Obst- und Kultur-Wanderweg Ratzinger Höhe“ beispielsweise gibt auf knapp zehn Kilometern Einblick in die Obstkultur und Kulturgeschichte zwischen Chiemsee und Simssee. Der „Wünschelruten-Lehrpfad“ im Kurpark Bernau geht besonderen Naturereignissen wie Wasseradern, Kraftbäumen oder dem Sommersonnwendpunkt auf den Grund. In Aschau startet ein zwei Kilometer langer rollstuhlgerechter Naturerlebnispfad auf geteertem Untergrund.
Urlaub auf dem Bauernhof
Wie es sich in der ländlich geprägten Chiemsee-Region lebt, erfahren Gäste bei einem Urlaub auf dem Bauernhof. Besonders Familien schätzen die Nähe zu Tieren, den engen Kontakt zur Natur und die Einblicke in den Produktionsablauf der noch aktiven landwirtschaftlichen Betriebe. Über 170 Bauernhöfe bringen ihren großen und kleinen Gästen das Landleben beim Treckerfahren, Wandern, Ponyreiten oder Kühe melken nah. Rund um den Chiemsee gibt es außerdem Gesundheits-Bauernhöfe mit Wellness- und Entspannungsangeboten, Kräuterpädagogen-Höfe mit Wildkräuterführungen und Kräuterküche, Kneipp-Höfe sowie besonders kinderfreundliche Betriebe, die mit bis zu fünf „Kinderland-Bären“ ausgezeichnet wurden.
Wochen- und Bauernmärkte, Bio- und Hofläden
Bei einem Bummel über die regelmäßig stattfindenden Bauern- und Wochenmärkte der Region erfahren Besucher wie die gesunde Naturkost vom Lande schmeckt. Auf dem Achentaler Bauernmarkt in Grassau, dem Priener Regionalmarkt und im Prientaler Bergbauernladen in Aschau gibt es ganzjährig eine Auswahl an Gemüse, Fleisch, Fisch, Käse, Brot, Obstbränden und Marmeladen aus regionalem und ökologischem Anbau.
Zahlreiche Bauernhöfe der Region vermarkten ihre Erzeugnisse direkt über den eigenen Hofladen wie beispielsweise der „Sepp’n Bauer“ in Bernau. Zusätzlich zu einem breiten Sortiment im ganzjährig geöffneten Hofladen bietet der Erlebnisbauernhof auch Hofführungen und Kutschfahrten.
Regionaltypische Spezialitäten, bäuerliches Brauchtum, traditionelle Feste und Kultur verbindet der alljährliche „Rosenheimer Bauernherbst“. Nach dem Motto „Aus der Region – Für die Region" unterstützt die zweimonatige Veranstaltungsreihe Landwirtschaft, Handwerk, Handel und Tourismus. Zwischen September und November finden mehrere hundert Veranstaltungen statt.
Wild- und Naturpark Wildbichl
Der Wild- und Naturpark Wildbichl liegt in einem naturbelassenem Hochtal zwischen Chiemsee und Kufstein an der Grenze zu Tirol und gibt Einblick in die vorwiegend einheimische Tierwelt. Entlang des Rundwegs durch den 80.000 Quadratmeter großen Park können Besucher unter anderem Rothirsche, Luchse, Steinböcke, Gämse, Wildschweine und Eulen in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Ein Lehrpfad informiert über 60 Pflanzen der Region.
Weitere Informationen
www.tourismus.prien.de oder +49 (0) 8051 6905-0
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