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    30 Jahre Mauerfall

    Grenzen und Grenzbeziehungen im Fichtelgebirge

    Fichtelberg/München, 01. Oktober 2019

    Grenzen prägen die Ferienregion Fichtelgebirge seit jeher und das nicht nur in Form der Mauer. Auch in Bereichen wie Sprache oder Geologie sind sie hier nach wie vor erleb-, sicht- oder erzählbar. In Warmensteinach etwa zeugt der Name des Ortsteils Grenzhammer von der über Jahrhunderte geltenden Grenze, die politisch, sprachlich – fränkisch oder bayerisch – und konfessionell – evangelisch oder katholisch – trennte. Auch das Dreiländereck Sachsen, Bayern, Böhmen befindet sich im Fichtelgebirge und war im Laufe der Jahrhunderte Grenzpunkt verschiedener Staaten. Heute ist es der Grenzpunkt der Bundesländer Bayern, Sachsen und des Staates Tschechien und Ziel zahlreicher Wanderwege. Passend zum Jubiläum „30 Jahre Mauerfall“ beleuchtet eine neue Broschüre der Tourismuszentrale Fichtelgebirge unter anderem die Vielfalt und Besonderheiten, die sich beiderseits entlang einer Grenze entwickeln.

    Deutsch-Deutsches Museum in Mödlareuth

    Das Deutsch-Deutsche Museum wurde 1990 in Mödlareuth nach der Wiedervereinigung gegründet, um die Geschichte der deutschen Teilung in ihrer Gesamtheit darzustellen. Neben Mauer und Stacheldraht, historischen Grenzfahrzeugen und einem Freigelände mit Grenzanlagen, vermitteln Sonderausstellungen, Seminare, Führungen und Vorträge die politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und alltagsgeschichtlichen Aspekte dieser Teilung. Das Dorf liegt zu einem Teil in Bayern und zum anderen in Thüringen. Genau wie sein großer Bruder wurde das von den Amerikanern genannte „Little Berlin“ zu einem Symbol der deutschen Teilung. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs bildete zunächst der durch den Ort fließende Tannbach die Trennlinie zwischen Mödlareuth-Ost in der sowjetischen und Mödlareuth-West in der amerikanischen Besatzungszone. Mit Gründung der beiden deutschen Staaten im Jahr 1949, gehörte der thüringische Teil des Ortes zum Territorium der DDR, der bayerische zur Bundesrepublik. Die Errichtung eines übermannshohen Holzbretterzauns drei Jahre später leitete die Abriegelung der beiden Ortsteile ein. 1966 schließlich folgte der Bau der 700 Meter langen Betonsperrmauer, die 23 Jahre lang das Dorf teilte. Am 9. Dezember 1989 – ein Monat nach dem Mauerfall in Berlin – wurde der Grenzübergang auch in Mödlareuth geöffnet.

    Grenzenlos – Brückenradweg Bayern Böhmen

    Geschichte erfahren Urlauber im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Brückenradweg Bayern-Böhmen entlang alter Bahntrassen zwischen der oberfränkischen Gemeinde Tröstau und der tschechischen Stadt Asch. Der grenzüberschreitende Radweg ist 56 Kilometer lang und hat seinen Namen den 15 Brücken, über die der Weg führt, aber auch der Überbrückung der Deutsch-Tschechischen Grenze zu verdanken. Radfahrer lernen auf ihrer Tour geologische, zoologische und botanische Besonderheiten der Region kennen.

    Höhengrenzen – der Ochsenkopf und der Schneeberg

    Mit 1.053 und 1.024 Metern sind der Schneeberg und der Ochsenkopf die höchsten Erhebungen Nordbayerns und beeinflussten die Grenzen sowie deren Überwindung in der Vergangenheit maßgeblich. Erlebbar wird dies etwa während einer Wanderung entlang des Schneebergwegs. Von Bischofsgrün aus führt er zum Gipfel, wo der denkmalgeschützte ehemals militärisch genutzte Turm der Bundeswehr steht. Der Fernmelde- und Aussichtsturm Backöfele bietet einen 360-Grad-Rundumblick in den damaligen Grenzraum. Auch der Ochsenkopf hat seine eigene Geschichte zum Thema Grenzen: In den 50-er Jahren baute der Bayerische Rundfunk auf dem Berg einen Sendeturm. Zu Zeiten des Kalten Krieges wurde das Signal extra auch nach Norden und Osten verstärkt, um den Sachsen und Thüringern Empfang des Westfernsehen zu ermöglichen. Jährlich am 3. Oktober hinterlassen noch heute ehemalige DDR-Bürger dort Dankesbriefe.

    Die neue Broschüre „Grenzen und Grenzbeziehungen – 30 Jahre Mauerfall“ kann unter folgendem Link bestellt werden: https://www.tz-fichtelgebirge.de/de/service/prospektbestellung.html.

    Mit der Pauschale „Grenzgänger im Fichtelgebirge“ erleben Urlauber „Grenzerfahrungen“, beginnend im Mittelalter bis hin zur jüngsten deutschen Geschichte. Ab 396 Euro pro Person im Doppelzimmer erhalten sie sechs Übernachtungen mit Frühstück in einer Ferienwohnung, eine Berg- und Talfahrt mit der Ochsenkopfseilbahn, umfangreiches Informationsmaterial, zwei Tage Leih-E-Bike sowie Eintrittskarten für verschiedene Museen.

    Weitere Informationen gibt es bei der Tourismuszentrale Fichtelgebirge e.V. unter +49 (0) 9272-96903-0 oder auf www.fichtelgebirge.bayern. News, Bilder und Videos auf Facebook, Instagram und Twitter.

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